Gästeführungen 2017

Gästeführungen durch Gimmeldingen

In jedem Monat am zweiten Mittwoch bieten die Gimmeldinger Gästeführer etwas Besonderes. Je nach Jahreszeit stellen sie die Laurentiuskirche in der Ortsmitte von außen und innen vor, wobei auch der beeindruckende Klang der Orgel erlebt werden kann. Sie zeigen und erklären im Dorf die interessantesten Sehenswürdigkeiten und geben einen Einblick in die Symbolik der an den alten Winzerhäusern erkennbaren Schlusssteine. Die Nikolauskapelle mit ihrer wechselvollen Geschichte gehört ebenso zu Gimmeldingen, wie das Geburtshaus des Kölner Kardinals von Geissel und auch das Mithras-Altarbild, welches auf den Mithraskult römischer Legionäre hinweist.

Wer hätte gedacht, dass Gimmeldingen ehemals 12 Mühlen in Betrieb hatte, die eine wesentliche Erwerbsgrundlage in der damaligen Zeit darstellten? Eine kleine Wanderung führt zu den Stätten der ehemaligen Mühlen, über die es viel Interessantes zu berichten gibt.

Die Mandelbäume und der Wein bestimmen den besonderen Charakter von Gimmeldingen. So widmen sich natürlich die Monatsführungen während der Zeit der Mandelblüte und der Weinlese diesen Themen.

Alle Monatsführungen beginnen um 15 Uhr auf dem Gimmeldinger Kirchplatz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Preis von 5 Euro pro Person ist eine Postkarte von Gimmeldingen und ein Gläschen Wein (oder Traubensaft) enthalten, das meist am herrlichen Aussichtsplatz „König-Ludwig-Pavillon“ zum Abschluss der Führung genossen wird.

Für Sonderführungen ab 5 Personen bitten die Gästeführer um eine Anmeldung über:
Handy: 0151- 44 53 41 47 oder
E-Mail: gaestefuehrer.gimmeldingen@gmail.com.

Führungen zur Zeit der Weinlese

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Monatsführungen 2017:

Mittwoch, 08. März 2017

Die Mandeln, der Mandellehrpfad und sein Methusalem

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

mandelbaum

Die Gästeführer von Gimmeldingen bieten am 8. März eine besondere Führung an, bei der sie mehrere, zum Teil einmalige Plätze zeigen. Treffpunkt um 15 Uhr ist der malerische Kirchplatz mit der Laurentiuskirche und ihrem romanischen Turm. Durch die Straßen des Weindorfs geht es hinaus zum Mandel-Lehrpfad, wo im Laufe der Jahre viele Mandelbaumsorten gepflanzt werden konnten. Da gibt es Ess- und Bittermandeln, rosa oder weiß blühend, aus der Pfalz und Südfrankreich, ältere und jüngere Exemplare.

Seit einem Jahr liegt hier auf zwei Sandsteinen der Stamm eines mächtigen, über 100 Jahre alten Mandelbaums von ungewöhnlichem Drehwuchs – eine beeindruckende Erscheinung!

Nächster Höhepunkt ist der Spaziergang auf dem Mandelblüten-Panoramaweg entlang vieler dicht gepflanzter Mandelbäume, wobei die Aussicht auf die Weinberge, die Dörfer ringsum und die Rheinebene immer schöner wird.

Krönender Abschluss ist der Aufenthalt am König-Ludwig-Pavillon, einem herrlichen Aussichtsplatz mit Blick auf das Hambacher Schloss. Bei einem Gläschen Wein erklären die Gästeführer, welche Bedeutung Klima und Boden für das Gedeihen der Mandelbäume haben. Und vielleicht können sie schon den Termin des diesjährigen Mandelblütenfestes verkünden.

Mittwoch, 12. April 2017

900 Jahre Gimmeldingen – Let´s walk an talk about

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Dorf

Geschichte und Geschichten aus unserem Dorf

-          vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation

-          über die Reformation

-          zum vorindustriellen hot spot und

-          warum die Pfälzer nach 200 Jahre Zugehörigkeit zu Bayern keine Lust mehr hatten

Zugabe: bei einem Gläschen Riesling auch noch die Wahrheit, wie die Meerspinne ausgerechnet in Gimmeldingen heimisch wurde. Wenn Sie Lust zu diesem Spaziergang durch 900 Jahre Geschichte haben, kommen Sie doch am 12. April um 15 Uhr zum Kirchplatz in Gimmeldingen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Bayern und die Pfalz – Gott erhalt´s – inklusive Wein

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

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“Bayern und Pfalz – Gott erhalt’s” – ist ein geflügeltes Wort in unserer Region. Es kann aufgezeichnet werden, dass auch Gimmeldingen etliche Bezüge zu diesem historischen Phänomen aufweist. Die große Klammer sind die Wittelsbacher, ein weitverzweigtes deutsches Herrschergeschlecht, das in der Pfalz wie auch in Bayern seine Wurzeln hat.

Im Turmraum der Gimmeldinger Laurentiuskirche z. B. schmückt ein kreisförmiger Schlussstein mit drei Wappenschilden das spätgotische Kreuzrippengewölbe. Sie zeigen den Pfälzer Löwen, die weißblauen Rauten der Wittelsbacher und den blutrote Schild der Pfalzgrafen.

Mit dem Wiener Kongress bescherte die Neuordnung Europas uns das Zusammengehen von Pfalz und Bayern. Der Wittelsbacher König Ludwig I. kannte und liebte die Pfalz seit seiner Kindheit. Nach seiner Thronbesteigung 1825 plante er “in des Königsreichs mildestem Teil” eine Sommerresidenz zu bauen: es wurde die ‘Villa Ludwigshöhe’ in Edenkoben, wiewohl es auch auf dem Neuberg in Gimmeldingen hätte sein können, wo Ludwig I. das noch heute zu bewundernde ‘Salettchen’ (Gartenhäuschen) gern besuchte.

Unser Rundgang durch den Weinort  Gimmeldingen findet am König-Ludwig-Pavillon denn auch mit einem Gläschen “Gimmeldinger Meerspinne” seinen Ausklang – mit einem herrlichen Panoramablick auf die weite Rheinebene und die Berge des Haardtrandes mit dem Hambacher Schloss, einst nach dem Bayernkönig Maximilian I. (1805 –1825) “Maxburg” benannt.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Gimmeldingen – und die wilde Vielfalt von Flora und Fauna

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 18 Uhr

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Volker Platz führt die Gäste durch die Weinbergflur und entlang des Waldrands bei Gimmeldingen. Trotz (aber teils auch wegen) der intensiven Bewirtschaftung lässt sich inmitten der Weinberge dank des Vorkommens diverser Kleinlebensräume (Rebzeilenbegrünung, Hecken, Streuobstwiesen, Waldrand…) noch eine relativ hohe Vielfalt an Kräutern, Stauden und Gehölzen entdecken. Auch die kulturhistorisch wertvollen Trockenmauern haben nicht nur „Stützfunktion“ sondern dienen vielen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum.

Bei der Führung sollen Austausch und sinnliche Erfahrung über „Flora und Fauna am Wegesrand“ im Mittelpunkt stehen. Dabei dürfen gerne eigene Kenntnisse und Erfahrungen eingebracht werden! Bei Gelegenheit wird auch auf Tierstimmen, insbesondere auf die Rufe und Gesänge von Charakter-Vögeln der Weinbergflur eingegangen. Mit etwas Glück werden wir neben Insekten wie z.B. Wildbienen und Tagfaltern auch Amphibien, Eidechsen und diverse Vogelarten beobachten können. Schließlich können sich die Gäste bei Interesse noch über die Vielfalt weiterer artenreicher Lebensräume rund um Neustadt an der Weinstraße informieren zumal die Stadt seit Kurzem Mitglied im deutschlandweiten Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ geworden ist.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Was aus den Mühlen geworden ist – eine Mühlenwanderung

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

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Bevor viele Quellen im Gimmeldinger Tal gefasst wurden, führte der Mußbach mehr Wasser, das früher 12 Mühlen im Wald und im Dorf antrieb. Die Wanderung (ca. 2,5 h) führt vom Kirchplatz ins Gimmeldinger Tal zu den Stätten ehemaliger Mühlen, die alle mit einem Mühlstein und einer Tafel gekennzeichnet sind. Auch im Dorf standen einige Mühlen, deren Wasserräder vom Mühlbach angetrieben wurden. Über sie gibt es viel Interessantes zu berichten. Bei einem Glas Gimmeldinger Wein in einem Weingut erzählt der Gästeführer einiges über die Bedeutung der Mühlen früher, aber auch über die Arbeit des Winzers, die längst die Arbeit des Müllers abgelöst hat und Gimmeldingen vom Mühlendorf in ein Weindorf verwandelt hat.

Mittwoch, 9. August 2017

Schlößchen Hildenbrandseck – ein gelungenes Comeback

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Marx Hiltbrand von Hiltbrandseck, ein hoher Beamter der Pfalzgräflichen Verwaltung und seit 1528 Landschreiber des Oberamtes Neustadt unter Kurfürst Ludwig V, ist der erste urkundlich erwähnte Besitzer von Schlößchen Hildenbrandseck, das 1573/74 im Stil der Renaissance erbaut wurde. Jahrhundertelang lag das Anwesen zwischen den Dörfern Königsbach und Gimmeldingen, umgeben von Weinbergen, am Südufer des Erlenbachs, der einst die Grenze zwischen der Kurpfalz und dem Hochstift Speyer bildete. Im frühen 19. Jahrhundert (1803) als Nationalgut versteigert, erfuhr das Schlösschen in den folgenden Jahrzehnten erhebliche bauliche Veränderungen und Erweiterungen.

Heute präsentiert sich der denkmalgeschützte Komplex als zweiflügelige Anlage, die von 2007 bis 2012 durch Familie von Oettingen umfassend restauriert wurde.

Einst war der Herrensitz von einer Wehrmauer mit Türmen umgeben, von der heute nur noch Teile erhalten sind. Das Schlößchen selbst wies drei Kantentürme und einen Treppenturm auf. Einer der Kantentürme, in dessen Tiefen sich ein geheimnisvoller Raum verbirgt, sowie der fünfeckige Treppenturm, sind noch erhalten. Die während der Sanierung entdeckten bauzeitlichen Wandmalereien  im  ehemaligen Saal und Kantenturm (Anfang 17. Jh.) und im Treppenturm (Ende 16. Jh.) wurden mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufwändig restauriert.

Mittwoch, 13. September 2017

Ein Kardinal, ein Dom, eine Kapelle, ein Mithrasaltar

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr, 5 Euro pro Person

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Diese Führung verbindet zwei geschichtsträchtige Plätze in Gimmeldingen, die beide mit Religion zu tun haben. Da steht das Geburtshaus des Kardinals Johannes von Geissel, der als Sohn armer Winzer im überwiegend protestantischen Gimmeldingen geboren wurde und dann die katholische Volksschule in Mußbach besuchte. Seinen weiteren Lebensweg bis zum Kardinal von Köln, der den weltberühmten dortigen Dom vollenden ließ, werden die Gästeführer beschreiben.

Mindestens ebenso interessant ist der Fundort eines Mithrasaltars, nur etwa 100 m weiter. Hier begannen Arbeiter 1926 an einem Wiesenhang, den die Gimmeldinger gern zum Bleichen der Wäsche benutzten, eine Baugrube auszuheben. Dabei stießen sie auf ein Mithras-Altarbild, einen Inschriftensockel und Weihealtäre. Diese kann man heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer besichtigen. Die Gästeführer erklären auf der Kopie des Altarbildes, das in eine Wand nahe des Fundortes eingelassen ist, das Stieropfer und die anderen Darstellungen. Die Besucher erfahren auch, wie der Mithraskult bis nach Gimmeldingen kam und wer seine Anhänger waren.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Ein Weinkellererlebnis im Weingut Stolleis

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr, 5 Euro pro Person

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Wer durch Gimmeldingen geht, der kann sich kaum vorstellen, dass dieser Ort eine faszinierende Unterwelt hat. So hat jedes Weingut seinen alten Weinkeller, zum Teil Jahrhunderte alt. In Holzfässern oder Tanks aus Edelstahl reifen sehr unterschiedliche Weine.

Nachdem die Gästeführer einige interessante Plätze im Ort vorgestellt haben, werden die Gäste der Führung in das Weingut Stolleis geführt, in dem die verschiedenen Stationen der Weinerzeugung gezeigt werden. Höhepunkt ist dann der Besuch des Jahrhunderte alten Weinkellers. Zum Abschluss wird eine kleine Weinprobe angeboten.

Mittwoch, 8. November 2017

Laurentius und Christopherus – zwei Heilige in unserer Dorfkirche

Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

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Die Laurentiuskirche, das bedeutendste Gebäude von Gimmeldingen, wurde zuletzt im Jahre 1970 umfangreich restauriert. Das war vor 44 Jahren. Seitdem sind die Wände und die Decke allmählich leicht ergraut. Und obwohl der Innenraum noch recht schön und harmonisch wirkte, wird In den ersten Monaten des Jahres 2015 das Innere der Laurentiuskirche aufwändig saniert. Insgesamt bleiben die bisherigen Farben weitgehend erhalten, aber sie werden nach dem Neuanstrich wieder frisch und hell erscheinen.

Bei der Führung im Oktober können sich die Besucher ein Bild davon machen, wie der Innenraum nach der Sanierung aussieht und ob er nun noch freundlicher und heller geworden ist. Eine wunderbare Ergänzung ist es, während der Betrachtung des Kirchenraums Orgelmusik zu hören, die zu dieser Führung bestellt wird. Und dass zum Abschluss der Führung mit St. Laurent-Wein angestoßen wird, rundet den Kirchenbesuch harmonisch ab.

Text/Fotos: Gästeführer Gimmeldingen/Reinhard Kermann

Aktueller Flyer der Gästeführer Gimmeldingen:
Flyer Gästeführungen (PDF) (2017)