Gästeführungen 2020

Gästeführungen durch Gimmeldingen

In jedem Monat am zweiten Mittwoch bieten die Gimmeldinger Gästeführer etwas Besonderes. Je nach Jahreszeit stellen sie die Laurentiuskirche in der Ortsmitte von außen und innen vor, wobei auch der beeindruckende Klang der Orgel erlebt werden kann. Sie zeigen und erklären im Dorf die interessantesten Sehenswürdigkeiten und geben einen Einblick in die Symbolik der an den alten Winzerhäusern erkennbaren Schlusssteine. Die Nikolauskapelle mit ihrer wechselvollen Geschichte gehört ebenso zu Gimmeldingen, wie das Geburtshaus des Kölner Kardinals von Geissel und auch das Mithras-Altarbild, welches auf den Mithraskult römischer Legionäre hinweist. Nicht zu vergessen ist die “Gimmeldinger Künstlerkolonie”.

Die Mandelbäume und der Wein bestimmen den besonderen Charakter von Gimmeldingen. So widmen sich natürlich die Monatsführungen während der Zeit der Mandelblüte und der Weinlese diesen Themen.

Alle Monatsführungen beginnen um 15 Uhr auf dem Gimmeldinger Kirchplatz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Preis von 7,50 Euro pro Person ist eine Postkarte von Gimmeldingen und ein Gläschen Wein (oder Traubensaft) enthalten, das meist am herrlichen Aussichtsplatz „König-Ludwig-Pavillon“ zum Abschluss der Führung genossen wird.

Für Sonderführungen ab 5 Personen bitten die Gästeführer um eine Anmeldung über:
Handy: 0151 – 44 53 41 47
E-Mail: gaestefuehrer.gimmeldingen@gmail.com

Mittwoch, 11. März 2020
Der Frühling und die Mandelblüte
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Die Gästeführer von Gimmeldingen bieten an diesem Tag eine besondere Führung an, bei der sie mehrere, zum Teil einmalige Plätze zeigen. Treffpunkt um 15 Uhr ist der malerische Kirchplatz mit der Laurentiuskirche und ihrem romanischen Turm. Durch die Straßen des Weindorfs geht es hinaus zum Mandellehrpfad, wo im Laufe der Jahre viele Mandelbaumsorten gepflanzt werden konnten. Da gibt es Ess- und Bittermandeln, rosa oder weiß blühend, aus der Pfalz und Südfrankreich, ältere und jüngere Exemplare.

Seit drei Jahren liegt hier auf zwei Sandsteinen der Stamm eines mächtigen, mehr als 140 Jahre alten Mandelbaums, unser Methusalem von ungewöhnlich ausgeprägtem Drehwuchs – eine beeindruckende Erscheinung!

Nächster Höhepunkt ist der Spaziergang auf dem Mandelblüten-Panoramaweg entlang vieler dicht gepflanzter Mandelbäume, wobei die Aussicht auf die Weinberge, die Dörfer ringsum und die Rheinebene immer schöner wird.

Krönender Abschluss ist der Aufenthalt am König-Ludwig-Pavillon, einem herrlichen Aussichtsplatz mit Blick auf das Hambacher Schloss. Bei einem Gläschen Wein erklären die Gästeführer, welche Bedeutung Klima und Boden für das Gedeihen der Mandelbäume haben. Und vielleicht können sie schon den Termin des diesjährigen Mandelblütenfestes verkünden.

Mittwoch, 08. April 2020
Gimmeldingen: Heimat eines Kardinals, eines Mithras-Altars und einer historischen Kapelle
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Diese Führung verbindet drei geschichtsträchtige Plätze in Gimmeldingen, die alle mit Religion zu tun haben. Da steht das Geburtshaus des Kardinals Johannes von Geissel, der als Sohn armer Winzer im überwiegend protestantischen Gimmeldingen geboren wurde und dann die katholische Volksschule in Mußbach besuchte. Seinen weiteren Lebensweg bis zum Kardinal von Köln, der den weltberühmten dortigen Kölner Dom vollenden ließ, werden die Gästeführer beschreiben.

Mindestens ebenso interessant ist der Fundort eines Mithras-Altars, nur etwa 100 m entfernt. Hier begannen Arbeiter 1926 an einem Wiesenhang, den die Gimmeldinger gern zum Bleichen der Wäsche benutzten, eine Baugrube auszuheben. Dabei stießen sie auf ein Mithras-Altarbild, einen Inschriftensockel und Weihealtäre. Diese kann man heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer besichtigen. Die Gästeführer erklären auf der Kopie, die in eine Wand nahe dem damaligen Fundort eingelassen ist, das Stieropfer und die anderen Darstellungen des Altarbildes. Die Besucher erfahren auch, wie der Mithraskult bis nach Gimmeldingen kam und wer seine Anhänger waren.

Die wechselhafte Geschichte der katholischen Nikolauskapelle in Lobloch ist genauso spannend und schließt den historischen Kreis, bevor es zum Gläschen Wein in ein Weingut geht.

Mittwoch, 13. Mai 2020
Auf zu wildlebenden Pflanzen und Tieren rund um Gimmeldingen
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 17 Uhr

Unser Naturschutzbeauftragter Volker Platz führt die Gäste durch die unterschiedliche Gimmeldinger Gemarkung (Weinbergflur, Flüßchen Mußbach, Haardtrand). Trotz (aber teils auch wegen) der intensiven Bewirtschaftung lässt sich inmitten der Weinberge dank des Vorkommens diverser Kleinlebensräume (Rebzeilenbegrünung, Hecken, Streuobstwiesen, Waldrand…) noch eine relativ hohe Vielfalt an Kräutern, Stauden und Gehölzen entdecken. Auch die kulturhistorisch wertvollen Trockenmauern haben nicht nur „Stützfunktion“ sondern dienen vielen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum.

Bei der Führung sollen Austausch und sinnliche Erfahrung über „Flora und Fauna am Wegesrand“ im Mittelpunkt stehen. Dabei dürfen gerne eigene Kenntnisse und Erfahrungen eingebracht werden! Bei Gelegenheit wird auch auf Tierstimmen, insbesondere auf die Rufe und Gesänge von Charakter-Vögeln der Weinbergflur eingegangen. Mit etwas Glück werden wir neben Insekten wie z.B. Wildbienen und Tagfaltern auch Amphibien, Eidechsen und diverse Vogelarten beobachten können. Schließlich können sich die Gäste bei Interesse noch über die Vielfalt weiterer artenreicher Lebensräume rund um Neustadt an der Weinstraße informieren, zumal die Stadt seit 2016 Mitglied im deutschlandweiten Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ geworden ist.

Mittwoch, 10. Juni 2020
Ein Kleinod in Gimmeldingen: das Schlößchen Hildenbrandseck
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Ablauf: Vom Gimmeldinger Kirchplatz aus geht es entlang namhafter Weinlagen zum Schlößchen Hildenbrandseck, vorbei an den einzigartigen Landschneckenkalkablagerungen und weinlagentypischen Gesteinsformationen, die vor Jahrmillionen entstanden sind. Im Schlößchen werden die Gastgeber Susanne und Manfred von Oettingen Sie durch das Anwesen führen und mit der wechselhaften Geschichte vertraut machen.

Geschichte: Marx Hiltbrand von Hiltbrandseck, ein hoher Beamter der Pfalzgräflichen Verwaltung und seit 1528 Landschreiber des Oberamtes Neustadt unter Kurfürst Ludwig V, ist der erste urkundlich erwähnte Besitzer vom Schlößchen Hildenbrandseck, das 1573/74 im Stil der Renaissance erbaut wurde. Jahrhundertelang lag das Anwesen zwischen den Dörfern Königsbach und Gimmeldingen, umgeben von Weinbergen, am Südufer des Erlenbachs, der einst die Grenze zwischen der Kurpfalz und dem Hochstift Speyer bildete. Im frühen 19. Jahrhundert (1803) als Nationalgut versteigert, erfuhr das Schlößchen in den folgenden Jahrzehnten erhebliche bauliche Veränderungen und Erweiterungen. Heute präsentiert sich der denkmalgeschützte Komplex als zweiflügelige Anlage, die von 2007 bis 2012 durch Familie von Oettingen aufwendig restauriert wurde.

Mittwoch, 08. Juli 2020
Architektur in Gimmeldingen: Malerische Winzerhöfe – prächtige Villen
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Gimmeldingen ist zwar vor über 900 Jahren erstmalig erwähnt worden, jedoch reichen nur wenige bauliche Relikte bis ins 16. Jahrhundert zurück. Erst nach dem Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg setzte im 17. Jahrhundert eine Bautätigkeit ein, deren Zeugnisse wir heute noch bewundern können. Es lassen sich – wenn auch erst bei genauerem Hinsehen – Baustile erkennen, die dem Barock, dem Klassizismus, dem Jugendstil zuzuordnen sind, ausgenommen die Laurentiuskirche: Dort lassen sich am Turm noch den romanischen und den gotischen Stil ausmachen, während das barocke Kirchenschiff auch Elemente des Klassizismus und des Rococo aufweist.

Begegnen Sie bei einer Dorfführung nicht nur repräsentative Bauten, sondern spüren Sie auch versteckten Kleinode nach und erfahren Sie einiges über Baumateralien und deren Heranschaffung.

Mittwoch, 12. August 2020
Die “Künstlerkolonie Gimmeldingen” – gestern und heute, vom Wein beflügelt
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Auf einem Rundgang mit Treffpunkt Gimmeldinger Kirchplatz spüren wir einige Motive und Wirkungsstätten der namhaften Gimmeldinger Künstler Peter Koch, Gustav Rossi und Fritz Wiedemann auf. Das neue florierende “Künstlernetz Gimmeldingen” wird erläutert vom Mitglied Christiane Drewes-Wright und von Ludwig Koch. Natürlich kommt der Wein nicht zu kurz: in der Werkstatt von Christiane Drewes-Wright kann bei einem Glas Gimmeldinger Wein die künstlerische Inspiration der Malerin erlebt werden.

Mittwoch, 09. September 2020
Das Terroir unserer Gimmeldinger Weine
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Die Führung geht von der Mitte des Dorfes aus vorbei an einladenden Winzerhöfen und interessanten Sehenswürdigkeiten hinaus in die Flur. Beim Gang durch die Weinberge erfahren die Gäste viel über die unterschiedliche Struktur des Bodens und den Einfluss auf den Wein, über das Klima und die Arbeit des Winzers. Vor allem aber ist jetzt die beste Gelegenheit, die verschiedenen Rebsorten kennen zu lernen und eigenhändig den Reifegrad mit dem ‚Oechslemeter’zu bestimmen. Krönender Abschluss ist der Aufenthalt am König-Ludwig-Pavillon oder Pauls Plätzl, unserem ‚Sortenvielfalts-Wingert’ mit 12 unterschiedlichen Weinreben auf engem Raum. Bei einem Gläschen Gimmeldinger Wein kann man hier den herrlichen Blick auf den Pfälzerwald oder über die Rheinebene, die Weinberge und den Haardtrand mit dem Hambacher Schloss genießen.

Mittwoch, 07. Oktober 2020
Die Unterwelt von Gimmeldingen – ein Weinkellererlebnis
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Wer durch Gimmeldingen geht, kann sich kaum vorstellen, dass dieser Ort eine faszinierende Unterwelt hat. So hat jedes Weingut seinen eigenen Weinkeller, zum Teil Jahrhunderte alt. In großen oder kleinen Holzfässern, Barriquefässern oder Tanks aus Edelstahl reifen sehr unterschiedliche Weine über Wochen und Monate.

Nachdem die Gästeführer ihren Gäste auf dem Weg zum Weingut einige interessante Plätze im Ort vorgestellt haben, erfahren sie vom Weingutsbesitzer Peter Stolleis viel Wissenswertes  über die heurige Weinernte und die Vinifikation, eben alles rund um den Wein. Höhepunkt aber ist der Besuch des Jahrhunderte alten Weinkellers. Zum Abschluss wird eine mehrteilige Weinprobe gereicht und besprochen.

Mittwoch, 11. November 2020
Glauben und Architektur – eine Laurentius-Kirchenführung
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Die Laurentiuskirche ist das weithin sichtbare und bedeutendste Gebäude von Gimmeldingen.

Bei dieser Führung können Sie nicht nur die aufwendige Sanierung der Kirche sondern auch den sonst “versteckten” Christophorus sehen und vieles über die weit über 800 Jahre alte Kirche mit ihrer wechselhaften Geschichte erfahren kann die Orgel besichtigt und deren Funktionsweise erklärt werden.

Und dass zum Abschluss der Führung mit St. Laurent-Wein angestoßen wird, rundet den Kirchenbesuch harmonisch ab.

Der aktuelle Flyer der Gästeführer Gimmeldingen:
Flyer Gästeführungen (PDF) (2020) – Kurzfassung der Monatsführungen

Text/Fotos: Gästeführer Gimmeldingen/Reinhard Kermann