Gästeführungen 2019

Gästeführungen durch Gimmeldingen

In jedem Monat am zweiten Mittwoch bieten die Gimmeldinger Gästeführer etwas Besonderes. Je nach Jahreszeit stellen sie die Laurentiuskirche in der Ortsmitte von außen und innen vor, wobei auch der beeindruckende Klang der Orgel erlebt werden kann. Sie zeigen und erklären im Dorf die interessantesten Sehenswürdigkeiten und geben einen Einblick in die Symbolik der an den alten Winzerhäusern erkennbaren Schlusssteine. Die Nikolauskapelle mit ihrer wechselvollen Geschichte gehört ebenso zu Gimmeldingen, wie das Geburtshaus des Kölner Kardinals von Geissel und auch das Mithras-Altarbild, welches auf den Mithraskult römischer Legionäre hinweist.

Wer hätte gedacht, dass Gimmeldingen ehemals 12 Mühlen in Betrieb hatte, die eine wesentliche Erwerbsgrundlage in der damaligen Zeit darstellten? Eine kleine Wanderung führt zu den Stätten der ehemaligen Mühlen, über die es viel Interessantes zu berichten gibt.

Die Mandelbäume und der Wein bestimmen den besonderen Charakter von Gimmeldingen. So widmen sich natürlich die Monatsführungen während der Zeit der Mandelblüte und der Weinlese diesen Themen.

Alle Monatsführungen beginnen um 15 Uhr auf dem Gimmeldinger Kirchplatz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Preis von 7,50 Euro pro Person ist eine Postkarte von Gimmeldingen und ein Gläschen Wein (oder Traubensaft) enthalten, das meist am herrlichen Aussichtsplatz „König-Ludwig-Pavillon“ zum Abschluss der Führung genossen wird.

Für Sonderführungen ab 5 Personen bitten die Gästeführer um eine Anmeldung über:
Handy: 0151 – 44 53 41 47
E-Mail: gaestefuehrer.gimmeldingen@gmail.com

 

Monatsführungen 2019:

Mittwoch, 13. März 2019
Der Frühling und die Mandelblüte
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

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Die Gästeführer von Gimmeldingen bieten an diesem Tag eine besondere Führung an, bei der sie mehrere, zum Teil einmalige Plätze zeigen. Treffpunkt um 15 Uhr ist der malerische Kirchplatz mit der Laurentiuskirche und ihrem romanischen Turm. Durch die Straßen des Weindorfs geht es hinaus zum Mandellehrpfad, wo im Laufe der Jahre viele Mandelbaumsorten gepflanzt werden konnten. Da gibt es Ess- und Bittermandeln, rosa oder weiß blühend, aus der Pfalz und Südfrankreich, ältere und jüngere Exemplare. Seit einem Jahr liegt hier auf zwei Sandsteinen der Stamm eines mächtigen, mehr als 140 Jahre alten Mandelbaums, unser Methusalem von ungewöhnlich ausgeprägtem Drehwuchs – eine beeindruckende Erscheinung!

Nächster Höhepunkt ist der Spaziergang auf dem Mandelblüten-Panoramaweg entlang vieler dicht gepflanzter Mandelbäume, wobei die Aussicht auf die Weinberge, die Dörfer ringsum und die Rheinebene immer schöner wird. Krönender Abschluss ist der Aufenthalt am König-Ludwig-Pavillon, einem herrlichen Aussichtsplatz mit Blick auf das Hambacher Schloss. Bei einem Gläschen Wein erklären die Gästeführer, welche Bedeutung Klima und Boden für das Gedeihen der Mandelbäume haben. Und vielleicht können sie schon den Termin des diesjährigen Mandelblütenfestes verkünden.

Mittwoch, 10. April 2019
Die wilde Flora und Fauna in Gimmeldingen
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 17 Uhr

April 19

Unser BUND-Experte Volker Platz führt die Gäste durch die Weinbergflur und entlang des Waldrands bei Gimmeldingen. Trotz (aber teils auch wegen) der intensiven Bewirtschaftung lässt sich inmitten der Weinberge dank des Vorkommens diverser Kleinlebensräume (Rebzeilenbegrünung, Hecken, Streuobstwiesen, Waldrand…) noch eine relativ hohe Vielfalt an Kräutern, Stauden und Gehölzen entdecken. Auch die kulturhistorisch wertvollen Trockenmauern haben nicht nur „Stützfunktion“ sondern dienen vielen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum.

Bei der Führung sollen Austausch und sinnliche Erfahrung über „Flora und Fauna am Wegesrand“ im Mittelpunkt stehen. Dabei dürfen gerne eigene Kenntnisse und Erfahrungen eingebracht werden! Bei Gelegenheit wird auch auf Tierstimmen, insbesondere auf die Rufe und Gesänge von Charakter-Vögeln der Weinbergflur eingegangen. Mit etwas Glück werden wir neben Insekten wie z.B. Wildbienen und Tagfaltern auch Amphibien, Eidechsen und diverse Vogelarten beobachten können. Schließlich können sich die Gäste bei Interesse noch über die Vielfalt weiterer artenreicher Lebensräume rund um Neustadt an der Weinstraße informieren zumal die Stadt seit Kurzem Mitglied im deutschlandweiten Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ geworden ist. Achtung: die Führung beginnt ausnahmsweise um 17 Uhr!

Mittwoch, 08. Mai 2019
Bayern und Pfalz – Gott erhalt´s
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Mai 19

“Bayern und Pfalz – Gott erhalt’s” – ist ein geflügeltes Wort in unserer Region. Es kann aufgezeichnet werden, dass auch Gimmeldingen etliche Bezüge zu diesem historischen Phänomen aufweist. Die große Klammer sind die Wittelsbacher, ein weitverzweigtes deutsches Herrschergeschlecht, das in der Pfalz wie auch in Bayern seine Wurzeln hat. Im Turmraum der Gimmeldinger Laurentiuskirche z. B. schmückt ein kreisförmiger Schlussstein mit drei Wappenschilden das spätgotische Kreuzrippengewölbe. Sie zeigen den Pfälzer Löwen, die weißblauen Rauten der Wittelsbacher und den blutrote Schild der Pfalzgrafen.

Mit dem Wiener Kongress bescherte die Neuordnung Europas uns das Zusammengehen von Pfalz und Bayern. Der Wittelsbacher König Ludwig I. kannte und liebte die Pfalz seit seiner Kindheit. Nach seiner Thronbesteigung 1825 plante er “in des Königsreichs mildestem Teil” eine Sommerresidenz zu bauen: es wurde die ‘Villa Ludwigshöhe’ in Edenkoben, wiewohl es auch auf dem Neuberg in Gimmeldingen hätte sein können, wo Ludwig I. das noch heute zu bewundernde ‘Salettchen’ (Gartenhäuschen) gern besuchte. Der Rundgang durch den Weinort  Gimmeldingen findet am König-Ludwig-Pavillon denn auch mit einem Gläschen “Gimmeldinger Meerspinne” seinen Ausklang – mit einem herrlichen Panoramablick auf die weite Rheinebene und die Berge des Haardtrandes mit dem Hambacher Schloss, einst nach dem Bayernkönig Maximilian I. (1805 –1825) “Maxburg” benannt.

Mittwoch, 12. Juni 2019
Fast 1.000 Jahre Gimmeldingen, Geschichten und Geschichte
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Juni 19

Ein Spaziergang durch Gimmeldingen, das nachweislich schon seit über 900 Jahren besteht, ist besonders interessant, wenn man nach historischen Zeugnissen seiner Geschichte sucht. Lange bevor hier ein Dorf war, hatten Römer 325 n. Chr. einen Mithras-Tempel errichtet; die Kopie eines Kultbildes aus Sandstein wird ebenso betrachtet und erklärt, wie die Reste eines salischen Wohnturms auf einem Hügel, der einen 360°-Rundblick ermöglicht.

Die Laurentiuskirche hat ihre eigene Geschichte, von den romanischen Fenstern im Turm, dem Dreiwappen-Schlussstein eines gotischen Gewölbes im Inneren bis zur Laurentius-Figurengruppe vor dem Eingang. In der gotischen Nikolaus-Kapelle sind auf drei großen Fenstern die Wohltaten des Heiligen Nikolaus dargestellt. Es gibt noch letzte Zeugnisse von Mühlen, die früher Wohlstand ins Dorf gebracht hatten, das Geburtshaus des Erzbischofs von Köln, aufschlussreiche Schlusssteine in Torbögen und schließlich einen Pavillon im Weinberg, den König Ludwig I. von Bayern gern besuchte. An diesem herrlichen Aussichtsplatz wird zum Abschluss ein Gläschen Wein gereicht, natürlich Gimmeldinger Meerspinne. benannt.

Mittwoch, 10. Juli 2019
Architektur in Gimmeldingen: Malerische Winzerhöfe – prächtige Villen
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Juli 19

Gimmeldingen ist zwar vor über 900 Jahren erstmalig erwähnt worden, jedoch reichen nur wenige bauliche Relikte bis ins 16. Jahrhundert zurück. Erst nach dem Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg setzte im 17. Jahrhundert eine Bautätigkeit ein, deren Zeugnisse wir heute noch bewundern können. Es lassen sich – wenn auch erst bei genauerem Hinsehen – Baustile erkennen, die dem Barock, dem Klassizismus, dem Jugendstil zuzuordnen sind, ausgenommen die Laurentiuskirche: Dort lassen sich am Turm noch den romanischen und den gotischen Stil ausmachen, während das barocke Kirchenschiff auch Elemente des Klassizismus und des Rococo aufweist.

Begegnen Sie bei einer Dorfführung nicht nur repräsentative Bauten, sondern spüren Sie auch versteckten Kleinode nach und erfahren Sie einiges über Baumateralien und deren Heranschaffung.

Mittwoch, 14. August 2019
Schlösschen am Hildebrandseck – ein Schmuckstück
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

August 19

Ablauf: Vom Gimmeldinger Kirchplatz aus geht es entlang namhafter Weinlagen zu den einzigartigen Landschneckenkalkablagerungen und weinlagentypischen Gesteinsformationen, die vor Jahrmillionen entstanden sind , zum Schlößchen Hildenbrandseck (ca. 1,5 km). Danach wird uns die Gastgeberin des Schlößchens Hildenbrandseck, Frau von Oettingen, nicht nur durch das Anwesen führen, sondern viel Interessantes über die wechselhafte Geschichte erzählen und am Ende bei einem Glas Wein noch vertiefen.

Geschichte: Marx Hiltbrand von Hiltbrandseck, ein hoher Beamter der Pfalzgräflichen Verwaltung und seit 1528 Landschreiber des Oberamtes Neustadt unter Kurfürst Ludwig V, ist der erste urkundlich erwähnte Besitzer vom Schlößchen Hildenbrandseck, das 1573/74 im Stil der Renaissance erbaut wurde. Jahrhundertelang lag das Anwesen zwischen den Dörfern Königsbach und Gimmeldingen, umgeben von Weinbergen, am Südufer des Erlenbachs, der einst die Grenze zwischen der Kurpfalz und dem Hochstift Speyer bildete. Im frühen 19. Jahrhundert (1803) als Nationalgut versteigert, erfuhr das Schlößchen in den folgenden Jahrzehnten erhebliche bauliche Veränderungen und Erweiterungen. Heute präsentiert sich der denkmalgeschützte Komplex als zweiflügelige Anlage, die von 2007 bis 2012 durch Familie von Oettingen aufwendig restauriert wurde.

Mittwoch, 11. September 2019
Das Terroir für unsere Gimmeldinger Weine
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

September 19

Die Führung geht von der Mitte des Dorfes aus vorbei an einladenden Winzerhöfen und interessanten Sehenswürdigkeiten hinaus in die Flur. Beim Gang durch die Weinberge erfahren die Gäste viel über die unterschiedliche Struktur des Bodens und den Einfluss auf den Wein, über das Klima und die Arbeit des Winzers. Vor allem aber ist jetzt die beste Gelegenheit, die verschiedenen Rebsorten kennen zu lernen und eigenhändig den Reifegrad mit dem ‚Oechslemeter’zu bestimmen. Krönender Abschluss ist der Aufenthalt am König-Ludwig-Pavillon oder Pauls Plätzl, unserem ‚Sortenvielfalts-Wingert’ mit 12 unterschiedlichen Weinreben auf engem Raum. Bei einem Gläschen Gimmeldinger Wein kann man hier den herrlichen Blick auf den Pfälzerwald oder über die Rheinebene, die Weinberge und den Haardtrand mit dem Hambacher Schloss genießen.

Mittwoch, 09. Oktober 2019
Kirchenführung mit St. Laurentius, Christophorus und einer tollen Orgel
Treffpunkt: Gimmeldinger Kirchplatz, 15 Uhr

Oktober 19

Die Laurentiuskirche ist das weithin sichtbare und bedeutendste Gebäude von Gimmeldingen.
Bei dieser Führung können Sie nicht nur die aufwendige Sanierung der Kirche sondern auch den sonst ‚versteckten’ Christophorus sehen und vieles über die weit über 800 Jahre alte Kirche erfahren. Eine wunderbare Ergänzung ist es, während der Betrachtung des Kirchenraums ein kleines Orgelkonzert zu hören, das extra zu dieser Führung bestellt wird. Zudem kann die Orgel besichtigt und deren Funktionsweise erklärt werden.

Und dass zum Abschluss der Führung mit St. Laurent-Wein angestoßen wird, rundet den Kirchenbesuch harmonisch ab.

Die aktuellen Flyer der Gästeführer Gimmeldingen:
Flyer Gästeführungen (PDF) (2019) – Komplett
Flyer Gästeführungen (PDF) (2019) – Kurzfassung der Monatsführungen

Text/Fotos: Gästeführer Gimmeldingen/Reinhard Kermann